So

15

Jul

2012

Villa Germania für rontige Rentner

Deutschland ist Exportweltmeister. Deutsches Bier, deutsche Autos, deutsche Maschinen.

 

 

Und nun notgeile Greise, exportiert von Deutschland nach Pattaya. RTL II begleitet seit ein paar Wochen eine Gruppe von Auswanderern und produziert das Format „Villa Germania – Forever Young“, welches sich hauptsächlich für Jeden anbietet, dem es zu schmerzhaft ist, sich die Netzhaut mit Meister Propper wegzuätzen. Was eine joviale Sippe von geifernden Rolatorschiebern dort in 45. Minuten Sendezeit an Menschenverachtung und Dummheit demonstriert, müsste eigentlich die deutsche Medienaufsicht beschäftigen, diese hat das Format allerdings beanstandungslos durchgewunken, wahrscheinlich waren die Verantwortlichen zu sehr damit beschäftigt „DSDS Kids“ auf ihrem DVD-Recorder zu programmieren.

 

Horsti und Ingo sind die beiden Hauptprotagonisten des Formats, die uns von RTL II als harmlose ältere Herren in der Blüte ihres Lebens präsentiert werden, dass sich die beiden grenzdebilden Baggerbremser in ihrem zementierten Teutonenbunker, der namensgebenden „Villa Germania“ im Ferienparadies Thailand durch ganze Horden von Zwangsprostituierten pimmeln, ist dem kecken Kommentator der Sendung nur eine Randbemerkung wert, lieber nicht zu viel Aufmerksamkeit auf die Spirale der Armut, die explodierenden HIV-Infektionen und die allgegenwärtige Kinderprostitution lenken.

 

Dass bei Ingo und Horsti ständig Tag der offenen Hose ist, ihre thailändischen „Frauen“ nur jedes dritte Wort verstehen und von ihnen behandelt werden wie zurückgebliebene Hilfskellner wird in der Sendung mit süffisanten Patina eines Off-Kommentars überzeichnet, zwischendurch dürfen die bummsfidelen Sextouristen auch noch mal ein paar ihrer langgereiften Philosophien der Marke „Die Thaifrau hat nich so Ansprüche wie ne deutsche Frau, weil die datt nich gewohnt is, mit sonne Ansprüche“ loswerden.

 

Dass die Chefetagen von Privatsendern nicht gerade mit freigeistigen Humanisten bestückt sind, ist kein offenes Geheimnis mehr, welcher seelenlose Kommerzklumpen an Mensch dieses Format allerdings geplant und verwirklicht hat, kann dem Betrachter nur ein Rätsel bleiben. Wenn es jedoch eine Hölle gibt, dann findet dieser Programmchef eines Tages dort sicherlich einen warmen Platz am Feuer.

 

Wenigstens ist er dann nicht allein. Horsti und Ingo sind bestimmt auch schon da.

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Kommentare: 1

  • #1

    nicht wichtig (Mittwoch, 18 Juli 2012 10:37)

    Hallo
    Man kann es sicher aus Deiner Sichtweise betrachten. Moralisch und ethisch hast Du sicher recht, man kann sich nur wundern was so im Unterschichten Fernsehen so läuft.
    Aber man muss auch die Situation der Frauen verstehen, und die Sichtweise und ihr Verständis aus dem Buhdissmus heraus. Es ist in dieser Gesellschaft kein Konflikt zwischen Prostitution und Familie. Ganz im Gegenteil, wenn die Mädchen nach Jahren in der Sexindustrie in Ihre Dörfer zurück kommen, sind sie gern gesehen und auch schnell verheiratet. Über Geld rümpft man in Asien nicht die Nase.
    Trotzdem Du hast recht, alle Sendungen dieser Art ist billiger effekt Pseudo Doku Scheiss.
    Gruss aus GE (von der richtigen Seite des Kanals)

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