Bielendorfer`s Blog

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Mi

12

Dez

2012

Der 12.12.12

 

 

 

 

 

 

 

WILLKOMMEN LIEBE MENSCHHEIT AM 12.12.12!

Habe gerade gelesen, dass die 12 eine diabolische Zahl ist, da sie im Tarot für "Den Gehenkten" steht.
Da wurde mir schlagartig klar, stimmt, schaut mal, in welchem Ereignissen überall noch die 12 vorkommt!

- Legt man alle Ausgaben des Playboy aufeinander ist der Berg genau 12 Meter hoch (variiert nach Abnutzung)

- Man braucht 12 Schlümpfe um einen blaue

n Slushi herzustellen

- Lothar Matthäus hat 12 Hirnzellen, mit neuer Freundin zusammen sogar 13! (Noch schlimmer)

- Die Band Slipknot hatte bis heute exakt 12 Mitglieder

- Das Skelett macht 12% unseres Körpergewichts aus (bei mir mehr, ich habe schwere Knochen, hat meine Oma immer gesagt)

- Die menschliche Speiseröhre ist im Durchschnitt 12cm lang (Ausnahmen wie Rainer Calmund sind erlaubt)

- Die CD "Spektakülar" vom proletigen Brustfellbarden Michael Wendler hat genau 12 Tracks (abzüglich Remixes, wer hört denn sowas?)

- Der menschliche Körper verbrennt, wenn er auf dem Klo sitzt, in der Minute etwa 1,2 Kalorien
(wenn er dabei noch einen Spagat macht, sogar 2,3 Kalorien, aber wer macht das schon, ist ja eine Sauerei!)

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So, solltet ihr nun auch davon überzeugt sein, dass das Ende der Welt aufgrund der diabolischen Zahl 12 heute kommen wird , könnte ihr JETZT etwas dagegen tun!

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, denn sollte dieser Post bis zum 21.12.2012 genau 121212 Likes bekommen haben, sagt der Mayakalender vorraus, das wir noch eine Chance haben!

ALSO HELFT MIT FÜR EINE BESSERE ZUKUNFT!
(Oder überhaupt Eine, wäre doch auch schon was,oder?)
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Di

18

Sep

2012

Das Bourne-Begräbnis

Im Jahr 2002 war der Agentenfilm tot wie Elvis.

 

 

 

 

Nachdem Pierce Brosnan sich im letzten Bond-Streifen mit einem unsichtbaren Auto der Lächerlichkeit preisgegeben hatte und kaum ernst zu nehmende Alternativen bestanden, erschütterte „Das Bourne Ultimatum“ die Filmwelt, der körnige Look, die mitreißenden Faustkämpfe und der insgesamt ernstere Ton waren alles, was der Bond-Franchise seit einigen Jahren immer mehr verloren gegangen war. Jason Bourne war ein frischer Held, ein Killer ohne Gedächtnis (ok, die „Ohne Gedächtnis“-Nummer ist das abgelutschteste Filmklischee, wenn es danach ginge, müsste die Menschheit eigentlich zur Hälfte aus verlorengegangen Agenten mit Amnesie bestehen) der sich erfolgreich durch drei wirklich packende, gute Kinofilme schlug.

 

Zwischendurch bekam Franka Potente erst einen Kuss und dann die Kugel, verschwörerische Kreise in der US-Regierung jagten den Helden um die halbe Welt und der Zuschauer war gebannt von so viel fühlbarer Spannung, von „erlebbarer“ Action. Nun sagte Matt „3-Gesichtsaudrücke“ Damon nach drei Teilen „Tschö“ und die Hollywoodproduzenten mussten sich überlegen, ob sie vielleicht „Free-Willy“ nochmal ausgraben, den schwarzweißen, mittlerweile greisen Meeressäuger erneut über den Damm hoppeln lassen würden oder einfach ohne Matt Damon weitermachen konnten.

Ab hier beginnt der Teil, der vielleicht manche Dinge (also eigentlich ALLE) Inhalte des Films spoilert, also erst weiterlesen, wenn ihr euch den Schmarrn selbst angetan habt.

 

SPOILER ANFANG


Leider, ja wirklich LEIDER, haben sie den Orca nicht nochmal aus Sea-World rausgebombt, sondern Jason Bourne begraben und Jeremy Renner a.k.a. Aaron Cross direkt aus der nebenliegenden Klonstätte für Superagenten (diesmal sogar mit Erinnerung) frisch vom Fließband abgegriffen. Dieser schwimmt zum Beginn des Films erst mal in einem bitterkalten See im winterlichen Alaska (bisher könnte es also doch noch fast Free Willy sein) und sammelt ein Stahlbehältnis vom Seeboden ein. Wo dieses herkommt, „Who cares a damn fuck!“, denkt der Film wohl und beantwortet diese Frage nicht. Dann schauen wir Aaron Cross ein wenig dabei zu, wie er so durch die winterliche Kulisse wandert, todesmutig von Felsklippe zu Felsklippe springt und gegen Wölfe kämpft (nur nebenbei, laut Wikipedia gab es in den vergangenen hundert Jahren nicht einen tödlichen Zwischenfall mit Menschen und Wölfen, warum müssen Filme wie „The Grey“ und nun auch Bourne also immer so tun, als wären Wölfe gefährlicher als Rauchen oder Würfelquallen…oder sogar rauchende Würfelquallen?).

 

Dazwischen sehen wir immer wieder kurze Gesprächsfetzen mit einem erschreckend ergrauten Edward Norton, es werden so viele Begriffe in den Raum geworfen, dass man sich ein Google-Suchfenster an der Seite der Leinwand wünscht. Project Underblabla, muss abgeborchen werden, weil Projekt SoUndSo ja auch nicht so richtig töfte glaufen ist, aber wenigstens kann man davon ausgehen, dass Project WasWeißIchDenn noch hinhauen wird. Und es wird bedeutungsschwer geschaut. Mein Gott, wird da bedeutungsschwer geschaut, selbst wenn in einem Bollywood-Film Shahrukh Khan einen Heiratsantrag macht, selbst als Genscher die Ausreise der DDR-Flüchtlinge aushandelte, wurde sicherlich nicht annähernd so bedeutungsschwanger geschaut wie in diesen wenigen Minuten mit Edward Norton und seinen Mitarbeitern („Mitarbeiter“ kann auch gerne durch „bedeutungslose, namenlose Funktionsmenschen“ ersetzen).

 

Und warum das alles? Weil Edward Norton Zweifel hat! Ja , Edward Norton, der in dem Film entweder der Chef des C.I.A. , F.B.I oder Starbucks darstellt (auch dies habe ich, trotz 2 Stunden Laufzeit nicht mitbekommen) bezweifelt, dass ihr neues SuperAgenten Projekt, bei dem eigentlich durchschnittliche Soldaten zu wahren, hyperintelligenten Kampfmaschinen mittels täglicher Medikamentendosis aufgeputscht werden, so ethisch komplett korrekt ist und es doch ein bisschen problematisch wäre, wenn es mal an die Öffentlichkeit gelangen würde.

 

Also tut man das einzig Nachvollziehbare und Richtige, man vergiftet alle Teilnehmer der Multimilliardendollarstudie, lässt einen Wissenschaftler auf Kommando Amok laufen (wobei natürlich alle getötet werden, die mit der Herstellung des Medikaments etwas zu tun hatten) und bombt Aaron Cross mithilfe einer Drohne aus der nordamerikanischen Wildnis. Dieser ist, wie der geneigte Zuschauer vermutet, allerdings superclever und superschnell, dementsprechend überlebt er, schlägt sich erfolgreich zu dem Labor durch, in dem die Medikamente (die er anscheinend so dringend benötigt) hergestellt werden und trifft dort auf Rachel Weisz, die wohl nervigste , weibliche Nebenfigur seit der ollen blonden Fummeltrine aus Godzilla (es ist nicht Matthew Broderick gemeint).

 

Rachel Weisz spielt, seit ich sie in der Mumie 1 vor vielen Jahren das erste Mal auf Zelluloid bewundern durfte, eigentlich immer den selben Frauentyp. Die intellektuelle, sympathische Wissenschaftlerin, die ab einem bestimmten Punkt im Film mit unvorhergesehen Ereignissen konfrontiert ist und fortan wie ein dreijähriges, heulendes Mädchen auf einem Kasten Club Mate durch den Film stapft und den Namen des Hauptdarstellers ruft.

 

„Aaaron…Aaaron“ brüllt sie ohne Unterlass, zwischendurch wird ein bisschen wissenschaftlicher Nonsens gefachsimpelt und dann wieder „Aaron…Aaron“ gebrüllt. Lieber Film, es ist kein gutes Zeichen wenn sich der Zuschauer nach weniger als der Hälfte der Laufzeit den baldigen Tod der Hauptfiguren wünscht! Ich wäre froh gewesen mal drei Minuten lang nicht „Aaron…Aaron“ hören zu müssen, man hätte meinen können Aaron Cross leide doch an Amnesie, so oft wie es Rachel Weisz für nötig hielt, seinen Namen zu rufen. Zu allem Übel kommt dann noch heraus (ja, das ist mein Ernst!) dass die Superdroge, die man den Studienteilnehmern verabreicht hat, aus unterdurchschnittlichen Probanden wahre Monster gemacht hat. Ab diesem Zeitpunkt ist die Figur Aaron Cross schlussendlich entzaubert…eigentlich war Aaron Cross nämlich nur ein ziemlich hohles Nüsschen, doof wie 5 Meter Feldweg, der Untereumel, so blöd, dass selbst Tauben ihn nicht ankacken wollten…doch dann, dann kam Edward Norton und sein bedeutungsschwangerer Blick in sein Leben.

 

Eigentlich sieht man also einem recht degenerierten Junkie und einer Frau mit Verbaldiarrhö bei einem Katze-Maus Spiel um die Welt zu…und was erzeugt das beim Zuschauer?…NICHTS!

Es gibt keine Fallhöhe , kein Mitfiebern, keine Spannung. Nur ein Soldat, zu doof zum Schleifchen machen und eine hysterische Zittertante, deren gebetsmühlenartiges Namengeseiher Übelkeit erzeugt.

 

Und was ist die größte Sünde des Films?

 

Das die Story in etwa so nachvollziehbar ist wie James Joyce „Ulysses“ auf Hebräisch! Bis auf das bisher Geschilderte kann ich in keinster Weise sagen, worum es eigentlich ging, außer, dass Edward Norton Zweifel hatte und Aaron Cross sich gerne mal lustige Ausweisbilder fälscht und ungesunde Mengen von Superdrogen konsumiert.

 

Es gibt genau zwei Actionszenen im Film, beide sind so lang, dass man in der Zwischenzeit aufs Klo gehen, Popcorn holen und Proust verstehen kann. In der endlosen Finalszene in Manila, inklusive Klischee-Asiaten-Auftragskiller und einer aus den ersten drei Filmen bekannten Jagd über Häuserdächer bin ich wahrhaftig eingenickt, nur ein zärtlich gebrülltes „Aaaron…Aaaaron“ ließ mich aus meinem dämmrigen Halbschlaf erwachen, bevor der Abspann lief.

 

SPOILER ENDE


Was kann man abschließend über das Bourne-Vermächtnis sagen? Der Film macht faktisch alles schlechter als seine Vorgänger, die Action ist langatmig, die Dialoge sind gekünzelt, der Hauptdarsteller entlarvt sich selbst als Dummbratze und zum Abschluss sitzen alle auf einem Boot Richtung Südsee und lächeln dümmlich in den Sonnenuntergang.

 

Alles in allem kann man dazu nur eins sagen…“AAAAARON…..AAAARON!!!!!!!!!!“

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Sa

28

Jul

2012

Ausgeflattert

Als ich ein Kind war, hatte ich genau drei Helden.

 

Es waren die ausgehenden 80er Jahre, die Mauer stand noch, die deutsche Welle hatte gerade ihren Scheitelpunkt überschritten und ich glaubte, es gäbe drei Menschen auf der Welt, die die wichtigsten Personen auf dem Planeten seien, eine Art Triumvirat der Superhelden. Doch dann kam die Zeit und zerstörte meine kindlichen Träume. 

 

Erst starb Michael Jackson, weil er sich lieber in luzide Träume flüchtete, als die grausame Realität seines öffentlichen Verfalls weiter zu ertragen. Dann fand man David Hasselhoff mit vollgepisster Hose stinkbesoffen am Londoner Flughafen auf. Neuderings trat er neben Andy Borg im Frühlingsfest der Volksmusik auf. Beide Helden gescheitert.

 

Und jetzt Batman.

Ich komme gerade aus der Spätvorstellung von "The Dark Knight Rises" eines der wohl meisterwarteten Spektakel des Jahres und meine Hände zittern beim Verfassen dieser Zeilen vor Wut! 

 

Das war nicht Batman, das war ein überladener,effektarmer Gesprächskreis im Seniorenheim für Superhelden, lieber würde ich noch dreimal den grausamen Indiana Jones 4 (Ich sage nur Kühlschrank und Atombombe...Spielberg, du kannst mich mal!) ertragen, als mir noch mal drei  Stunden den epochalen Abschluss der Nolan-Batman-Trilogie anzutun, der mir beim Anschauen fast körperliche Schmerzen bereitet hat.

Natürlich war so ziemlich Jedem klar, dass nach dem nahezu perfekten zweiten Teil, der Jahrhundertdarstellung von Heath Ledger und der ins unendliche wachsenden Erwartungshaltung, die meisten nur enttäuscht werden konnten.

Ich sag es mal so , sie hätten auch 3 Stunden lang ein Walross beim Tubaspielen zeigen können, das hätte im Verhältnis zu "TDKR" geradezu Unterhaltungswert gehabt.

 

Nun fragt ihr euch, was war denn so schlimm?  Leider kann ich dies nicht ohne Spoilerwarnung erklären, deshalb springen die, die den Film noch nicht gesehen haben bitte bis zum SPOILERENDE.

 

1) Der Plot : Batman und Bruce Wayne waren nach dem dramatischen Ende von "The Dark Knight" für 8 Jahre verschwunden (eine Parallele die absurderweise niemandem in Gotham auffällt), Wayne hat sein Alter- Ego eingemottet und trabt jetzt mit einem Gehstock ungewaschen und bärtig als Howard Hughes-Verschnitt durch seine Villa. Was er in der Zwischenzeit gemacht hat?

Who cares (?), denkt der Film, wahrscheinlich hat er sich alle Folgen von Bonanza in Endlosschleife angeschaut oder einen VHS-Klöppelkurs belegt...es wird nicht aufgeklärt. Als jedoch eine neue Gefahr in Form des brachialen, jedoch genialen Muskelprotzes Bane über Gotham hereinbricht, muss Wayne schnell den Rollator an die Seite stellen und flux ein paar Kniebeugen machen. Problem der Geschichte. Sie ist so diffus, dass man glauben könnte, David Lynch hätte sie auf einem schlechten LSD-Trip geschrieben, es werden Figuren eingeführt und verworfen, alte Bekannte (Commissioner Gordon) als Funktionsträger misbraucht und geredet, gerdet und geredet.

Das Banes Plan bis zum Ende eigentlich nicht schlüssig ist, dass man nicht mitfühlen kann, weil alles in ein so überbordenes , orchestrales Kitschgewand getauft ist, und dass sie es wahrhaftig geschafft haben, die einzig wirklich positive Sache noch in der Synchronisation zu verhunzen  ist nur das Sahnehäubchen auf dem Scheißhaufen.

 

Bane (gespielt von Tom Hardy, einem Schauspieler, der zu Recht in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit bekommen hat, weil er eigentlich in jeder Rolle, sei es nun als härtester Häftling Endlands ("Bronson") oder als UFC-Fighter ("Warrior") brilliert) wird als das pure Böse eingeführt, muskelbepackt, hochintelligent und zu einem Grad entschlossen, dass der Zuschauer ähnlich wie Batman Furcht vor ihm bekommen sollte. Hardy spielt Bane, dessen Mimik fast völlig von einer Atemmaske bedeckt wird trotz der Beschränkungen genial, hätte man ihn in Deutschland nicht mit der Stimme von Darth Vader auf Helium ausgestattet. Wo im englischen Original die Stimme Banes knochenbrechend aus den Schlitzen seiner Atemmaske dringt, hat man sich in der deutschen Synchro dazu entschlossen, dass es doch schön wäre, wenn Bane klingen würde, als wäre Gargamel in einem Toaster gefangen. Die metallene, künstliche Verfremdung der Stimme wird durch den hohen Tonverlauf, der zwischenzeitlich wahrhaftig an Rumpelstilzchen auf Anabolika erinnert, total vernichtet, Bane büßt eine Menge seines bedrohlichen Potentials ein. Teilweise wird es sogar richtig unfreiwillig komisch, wenn Batman und Bane, deren Synchronsprecher beide so offensichtlich ihre Stimmen verstellen Dialoge austauschen, waren einige Lacher im Publikum zu hören.

Kein gutes Zeichen.

 

2) Die Gewalt : Batman tötet nicht, diese Regel behält auch der neue Film bei. Allerdings fällt bei vielen Actionszenen schon überdeutlich auf, dass irgendein nach Profit geifernder Produzent während der Entstehung drauf gepocht hat, dass man den Film in den USA im Zweifelsfall auch für die unter - 12 Jähreigen zugänglich machen kann, es fließt nämlich während des kompletten Films kein einziger Tropfen Blut (ausser einer kleinen Verletztung an Bruce Waynes Stirn). Es werden Leute erschossen, von MG's niedergemäht und erstickt, trotzdem ist die Kamera immer peinlich genau darauf bedacht, wirklich alles Verstörende auszusparen...

 

Ich bin kein Gore-Hound, ich brauche sicher auch keine Blutfontänen um einen Film zu geniessen, wenn aber in einem Film mit Gewalthandlungen jede Szene so verzerrend geschnitten ist, dass der Tod einer Figur mir eher ein genervtes Schmunzeln als Trauer abringt, ist etwas falsch gelaufen. Auch in "The Dark Knight" war viel Gewalt nur angedeutet (man denke an den Bleistift-Trick des Jokers, legendär böse und auf ewig auf die Netzhaut gebrannt), trotzdem schaffte es Nolan hier, die Brachialität des Tötens, die Auswirkungen von Kugeln etc. auf de Zuschauer zu transportieren, beim Nachfolger bleibt alles blass und eigenartig unbeteiligt.

 

3) Die Charaktere : Es ist schön, dass manche Figuren wie Michael Caine mehr Platz eingeräumt bekommen, trotz aller Befürchtungen ist auch der Auftritt Catwomans (der nach der grandios gruseligen Performance von Halle Berry vor ein paar Jahren lange fraglich war) erstaunlich pointenreich und gut geworden. Leider gibt es aber auch einige Figuren die reine Plotmotoren sind (der Cop Blake irrt durch Gotham und ist zielsicher immer am richtigen Ort, man könnte glauben Gotham wäre so groß wie Oer- Erkenschwick)

Noch schlimmer hat es die Figur des bösen Cops (Matthew Modine, die Rolle ist überflüssig wie Volksmusik und ich konnte mir den Namen bei bestem Willen nicht merken) abbekommen, Diese Figur existiert eigentlich nur um den beherzten Commissioner Gordon (routiniert : Gary Oldman) in besserem Licht dastehen zu lassen.

 

Ich könnte endlos weitermachen, es gibt so vieles was mir heute Nacht den Schlaf versauen wird, deshalb nur noch ein kurzer Anhang.

 

4) Der Tod des Bösewichts : In den letzten zehn Jahren hat sich ein beängistigender Trend durchgesetzt, Bösewichte sterben oft viel zu schnell und manchmal ist es für den Zuschauer nichtmal ersichtlich, das gar kein Gegenspieler mehr besteht.

 

So auch hier, nachdem man fast drei Stunden dabei zugesehen hat, wie Batman fast aussichtlos gegen den grausamen und unbesiegbar scheinenden Bane kämpft, bekommt dieser einfach eine Savle Raketen (natürlich ohne Blut!) vor den Latz geknallt und fliegt aus dem Bild. Abgang Bane, Feierabend. 

 

Der einzige Grund warum Antagonisten vorkommen ist, dass der Zuschauer diese dabei beobachten kann, wie ihr Plan gegen Ende des Films scheitert und der Bösewicht möglicht unter großer Pein abtritt, er wird also vor den Augen der Zuschauer für seine Taten bestraft. Der Endkampf in der weiße Hai dauerte fast 20 Minuten, Darth Vader kloppte sich mit Luke Skywalker durch einen halben Sternenzerstörer, bevor er endlich das Zeitliche segnete.

 

Bei Batman ist es so, Bane guckt doof, Rakete rein, Auf Wiedersehen!

Wer im Kinosaal will so etwas sehen ?

 

Als krönender Abschluss der Katastrophe exploiert am Ende dann noch eine Atombombe. Wo wir wieder bei Indiana Jones 4 wären, was die Sache nicht besser macht. Wenn ich recht darüber nachdenke, ist IJ4 vielleicht noch schlimmer, wenigstens gibt es bei Batman keine Cate Blanchet mit Pagenschnitt.

 

SPOILERENDE

 

So, da wären wir bei dem traurigen Fazit, dass "TDKR" mich leider überhaupt nicht glücklich gemacht hat. Nolan wollte zu viel und hat sich verzockt , herausgekommen ist leider ein überladenes Nichts, wenn das wirklich das Ende von Batman sein sollte, wäre es vielleicht wirklich besser, er würde nicht zurückkehren.

 

*Danke an Alle, die das hier bis zum Ende gelesen haben, ich habe es in einem heruntergeschrieben, etwaige Rechtschreibfehler bitte ich wegen der Uhrzeit und akuter Übermüdung  zu entschuldigen.

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Mo

23

Jul

2012

Generation Giro sucht Hero

Bald wäre ich Besitzer eines Studentengirokontos der Sparkasse.

 

Wahnsinn, ein Fuß in der Tür des Finanzgeschäfts, nur noch Millimeter von den ersten Fonds, Risikogeschäften und Aktientransaktionen entfernt. Pustekuchen.

 

Als ich die Sparkasse betrat, grinsten mich sofort die plastinierten Konterfeis zweier Helden der heutigen Jugend an, Joko und Klaas. Mein dezent stumpfer Blick spiegelte sich in der hippen Fensterglasbrille von Joko Winterscheid und seines ergebenen Gesellen Klaas Heufer-Umlauf, mir beide so sympathisch wie Zugcreme gegen Intimherpes. Darüber die Zeile „Giro sucht Hero“ und beide Recken in Verkleidungen die man sonst nur im Zirkus Sarrasani tragen würde.

 

Was stimmt mit den jungen Menschen von heute nicht, dass sie auf Zauberlehrlinge, im Sonnenlicht glitzernde Vampire und diese beiden Turbokapitalisten im Menschenanzug stehen?

Es gibt Dinge, für die macht man keine Werbung, Wurst, Zigaretten und Atomwaffen. Am wenigsten aber für Banken. Wer für den konstitutionellen Kapitalismus wirbt gehört mit dem Flammenwerfer geföhnt. Wäre die Welt eine Bank, hätte man sie längst gerettet, las ich letztens. Stimmt leider.

„Giro sucht Hero“, jeder Germanist oder Anglist kotzt bei einem solch hanebüchenen Englisch zu recht im Kreis, ein Slogan der ganz tief aus der mentalen Ursuppe eines nur noch mit lichtem Kopfhaar versehenen Marketingspezialisten stammt, wahrscheinlich hat sich der Selbige einige Zeit zuvor auch die Verbaldiarrhoe „Geiz ist Geil“ ausgedacht. Was kam als Nächstes? „Saldo sucht Waldo“ ?

 

„Ich würde gern ein Studentengirokonto eröffnen“ lispelte ich beschwingt in das schnauzbärtige Gesicht des Mannes hinter dem Informationsschalter, er öffnete ohne mich anzusehen einen Kalenderblock und schob die Zunge von einer Dreitagebartbacke in die andere.

„Wann könnse denn, habense Zeit im September?“ erwiderte er und hing immer noch mit dem Blick in der Kaffeetasse, anscheinend bot der Dallmayr Prodomo einen netteren Anblick als meine Gesichtskirmes.

 

„Äh, ich würde das gerne heute eröffnen…“ stammelte ich wie der Papst beim Proktologen, doch der Mann schüttelte den Kopf als hätte man ihm einen elektrischen Schlag verpasst.

„Die Frau Bäumler kann erst wieder im September, ist viel los derzeit“ sagte er, hinter ihm versiffte eine Hydrokulturpalme vor einem Miro-Kunstdruck. Viel los derzeit.

Joko und Klaas sahen mich immer noch an, so wurde ich kein Hero, so bekam man nicht mal eine Scheibe Mortadella an der Wursttheke gratis.

„Anfang September ist wieder was frei, soll ich sie eintragen?“ fragte der Schnauzbart.

„Machen sie mal, ich würde dann auch gerne noch 50.000 Euro anlegen“ log ich.

 

Schnauzbart schaute an mir Hoch, Takkohosen, H&M Pulli, er suchte nach irgendeinem Anzeichen von Solvenz an mir.

 

„Oh, ich sehe gerade, Frau Bäumler hat auch heute Zeit!“ überraschte er mit einem neuen Terminvorschlag.

 

„Ach lassen sie mal, ich hab heut noch wichtige Termine“ sagte ich, schaute theatralisch auf meine Uhr, drehte mich um und verließ den Tempel des Kapitalismus wieder ohne mich umzusehen.

Giro sucht Hero ? Was für ein Glück, dass ich mein Leben lang ein Verlierer gewesen bin.

 

 

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So

15

Jul

2012

Villa Germania für rontige Rentner

Deutschland ist Exportweltmeister. Deutsches Bier, deutsche Autos, deutsche Maschinen.

 

 

Und nun notgeile Greise, exportiert von Deutschland nach Pattaya. RTL II begleitet seit ein paar Wochen eine Gruppe von Auswanderern und produziert das Format „Villa Germania – Forever Young“, welches sich hauptsächlich für Jeden anbietet, dem es zu schmerzhaft ist, sich die Netzhaut mit Meister Propper wegzuätzen. Was eine joviale Sippe von geifernden Rolatorschiebern dort in 45. Minuten Sendezeit an Menschenverachtung und Dummheit demonstriert, müsste eigentlich die deutsche Medienaufsicht beschäftigen, diese hat das Format allerdings beanstandungslos durchgewunken, wahrscheinlich waren die Verantwortlichen zu sehr damit beschäftigt „DSDS Kids“ auf ihrem DVD-Recorder zu programmieren.

 

Horsti und Ingo sind die beiden Hauptprotagonisten des Formats, die uns von RTL II als harmlose ältere Herren in der Blüte ihres Lebens präsentiert werden, dass sich die beiden grenzdebilden Baggerbremser in ihrem zementierten Teutonenbunker, der namensgebenden „Villa Germania“ im Ferienparadies Thailand durch ganze Horden von Zwangsprostituierten pimmeln, ist dem kecken Kommentator der Sendung nur eine Randbemerkung wert, lieber nicht zu viel Aufmerksamkeit auf die Spirale der Armut, die explodierenden HIV-Infektionen und die allgegenwärtige Kinderprostitution lenken.

 

Dass bei Ingo und Horsti ständig Tag der offenen Hose ist, ihre thailändischen „Frauen“ nur jedes dritte Wort verstehen und von ihnen behandelt werden wie zurückgebliebene Hilfskellner wird in der Sendung mit süffisanten Patina eines Off-Kommentars überzeichnet, zwischendurch dürfen die bummsfidelen Sextouristen auch noch mal ein paar ihrer langgereiften Philosophien der Marke „Die Thaifrau hat nich so Ansprüche wie ne deutsche Frau, weil die datt nich gewohnt is, mit sonne Ansprüche“ loswerden.

 

Dass die Chefetagen von Privatsendern nicht gerade mit freigeistigen Humanisten bestückt sind, ist kein offenes Geheimnis mehr, welcher seelenlose Kommerzklumpen an Mensch dieses Format allerdings geplant und verwirklicht hat, kann dem Betrachter nur ein Rätsel bleiben. Wenn es jedoch eine Hölle gibt, dann findet dieser Programmchef eines Tages dort sicherlich einen warmen Platz am Feuer.

 

Wenigstens ist er dann nicht allein. Horsti und Ingo sind bestimmt auch schon da.

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